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27.09.2017 16:52

Kurzbeschreibung

Wenn der Weihnachtsstern am hellsten leuchtet, ist es Zeit, einander zu vergeben …
Wie jedes Jahr an Weihnachten macht sich die alleinstehende Anwältin Eva auf den Weg zu ihrer Großmutter Anna. Das stattliche Anwesen der Familie, umringt von einem Garten mit einem Wald aus Tannenbäumen, ruft viele Erinnerungen hervor. Hier wuchs Eva auf, nachdem ihre Eltern bei einem Unfall ums Leben gekommen waren. Im Haus trifft sie nicht nur auf ihren Jugendfreund Philipp, sondern auch auf das Waisenkind Antonie. Während draußen ein Schneesturm tobt, verschwindet das Kind plötzlich spurlos. Auf der gefährlichen Suche nach Antonie landen Eva und Philipp unversehens in der Vergangenheit ...

Erscheinungsdatum: Taschenbuch – 18. September 2017

Seitenzahl der Printausgabe: 416

Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag

ISBN-10: 3734101360

ISBN-13: 978-3734101366

Hier geht’s zum Buch: Amazon / blanvalet / Angelika Schwarzhuber

Danke an den Verlag für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplars. Dieser Umstand hat keinen Einfluss auf meine Beurteilung. Achtung: leichte Spoiler, ließ sich leider nicht vermeiden.

Angaben zum Autor

Die bayerische Autorin Angelika Schwarzhuber lebt mit ihrer Familie und einem äußerst willensstarken Kater, der in Eigenregie die Schlafzeiten der Autorin bestimmt, in einer kleinen Stadt an der Donau. Sie arbeitet auch als Drehbuchautorin für Kino und TV (u.a. »Eine unerhörte Frau«). Wenn sie nicht am Computer Texte dichtet, verzieht sie sich gerne mit Freunden in kleine Berghütten zum Schafkopfspielen.

Rezension – Ein Wunder an Weihnachten oder wie eine Begegnung alles verändern kann!

In ‚Der Weihnachtswald: Ein Wintermärchen‘ begeben wir uns mit der ledigen, toughen frankfurter Anwältin Eva, die mit Weihnachten nicht wirklich viel anfangen kann und es eher als lästige Pflicht denn als besinnliches Beisammensein mit ihren Lieben empfindet, zum alljährlichen Fest zu ihrer Oma Anna Koffler. Anna ist inzwischen sehr alt, gebrechlich, und Eva rechnet damit, dass ihre Großmutter vielleicht nur dieses eine Weihnachtsfest noch erleben wird. Einer der Gründe, warum sie sie auch in diesem Jahr besucht. Selbst wenn es ihr von Jahr zu Jahr immer schwerer fällt, das ganze Drumherum um Weihnachten zu tolerieren. Es ist ihr einfach lästig, viel lieber würde sie sich in ihrer Wohnung in der Stadt einschließen und über die Feiertage arbeiten. Doch sie fühlt sich ihrer Oma gegenüber verpflichtet, und Evas kaltem Anschein zum Trotz auch sehr verbunden. War es doch ihre Großmutter, die sie nach dem frühen Verlust der Eltern liebevoll aufgenommen und großgezogen hat. Außerdem verbindet sie auch viele schöne Erinnerungen mit dem malerischen Anwesen von Anna. Klar, dass sie ihre Oma nicht alleine lässt. Arbeit und Sekretärin lassen sich zum Glück ja mitnehmen. Wenn da nur nicht ihr Jugendfreund wäre, der zusammen mit seiner Mutter auch immer dem Weihnachtsfest im Hause Koffler beiwohnt. Denn leider ist diese enge Freundschaft schon vor Jahren zerbrochen … und Eva allein trägt daran die Schuld. Ihn jedes Jahr wiedersehen zu müssen, reißt alte Wunden auf, die sie doch so mühevoll über die Jahre hinweg gekittet hat. Mit den alten Wunden kommen Erinnerungen, Gefühle. Und wer wird schon gern in seine eigene Vergangenheit geschickt?

Als dann dieses Jahr auch noch ein Waisenmädchen auftaucht, wo Evas Großmutter doch versprochen hatte, dieses Mal kein fremdes Kind einzuladen – denn Eva kann mit Kindern einfach nicht! –, droht aus einem besinnlichen Fest ein erschreckendes Aufwachen zu werden. Wie es der Zufall so will, scheint auch das kleine Mädchen nicht unbedingt ein Fan von Eva zu sein. Als es Reißaus nimmt, und Eva zusammen mit ihrem Jugendfreund auf die Suche geht, werden die drei von einem heftigen Schneesturm überrascht, der sie alle in die Vergangenheit bringt … im wahrsten Sinne des Wortes.

  • Was ist passiert, dass die drei in einer anderen Zeit zu landen scheinen?
  • Wieso gerade mit dem fremden Mädchen zusammen?
  • Gibt es dort eine Aufgabe, die sie nur gemeinsam lösen können?
  • Was hat das Ganze mit Verzeihen zu tun?
  • Und vor allem: Welche Bedeutung hat dabei der Weihnachtswald aus dem Titel, und finden sie wieder in ihre Zeit zurück?
  • Rechtzeitig zum vermeintlich letzten Weihnachtsfest mit Anna?

Lest und lasst Euch bezaubern von einem Weihnachtswunder der etwas anderen Art.

»Als ob es nicht genug wäre, dass sie als Waisenkind ohnehin nicht auf der Sonnenseite des Lebens gebettet war.«

Die Autorin hat einen sehr angenehmen, nicht allzu komplexen Schreibstil, der einen in die Geschichte zieht. Man schreitet quasi selbst über das Anwesen, durchsucht den Weihnachtswald, fühlt den Zauber von Weihnachten und die Magie der Versöhnung, die einem Weihnachtsfest irgendwie immer innewohnt. Ich habe das Buch innerhalb von zwei Abenden gelesen und durchaus genossen. Selbst wenn es anders war, als ich es zunächst erwartet hatte. Doch dazu später mehr.

Die Geschichte um die Familie Koffler ist ein leichter, schöner weihnachtlicher Read – gut, um schon jetzt in Stimmung für die kalte Jahreszeit zu kommen. Es war auch mein Weihnachtsroman-Auftakt in diesem Jahr. Das Buch war für mich persönlich ein Familienrätsel der besonderen Art, dabei etwas überraschend, da ich keinen Roman mit fantastischen und durch die Zeit reisenden Elementen erwartet hatte. Thematisch fügt es sich jedoch ganz gut zum Gedanken eines Weihnachtswunders, an Weihnachten ist ja bekanntlich alles möglich. Es war eine Geschichte voller unerfüllter Träume, die eine zweite Chance bekommen haben. Die die Herzen bewegen und Sinn für Familie wecken. Ja, sogar Familie zusammenführen. Dabei legte die Autorin als Rahmen ein atemberaubendes winterliches Setting an, sodass es sich lohnt, es durch eigenes Lesen zu erfahren. Es kommt eine gute sprachliche Visualisierung durch die gewählten Worte zustande, die winterliche Atmosphäre schafft und hier und da den Zauber von Weihnachten einstreut. Ab und an hatte ich jedoch leider an manchen Stellen das Gefühl, sprachlich etwas zu stolpern und mich in ein paar erzählerischen Dehnungen zu verlieren, die mich etwas im Lesefluss haben holpern lassen. Da hätte ich mir vereinzelt etwas mehr Tempo gewünscht. Das bezieht sich vor allem auf den Hauptteil der Erzählung und die Vergangenheit der Familie Koffler. Gen Ende wiederum ist es genau umgekehrt, da geht es mir dann doch etwas zu abrupt und ich hätte mir da etwas mehr Distanz bzw. Übergang und Ausschweifung gewünscht. Das wurde aber durch die Liebe zum Detail, was die Ausgestaltung gerade des Waisenmädchens angeht, wieder wettgemacht und hat mich mit der Geschichte versöhnt, sodass es alles in allem ein wahrlich angenehmer Lesegenuss und ein schönes Wintermärchen war. Ich gehe diesmal bewusst nicht auf die Hintergründe des Jugendfreundes, der vergangenen Familie Koffler sowie des Waisenmädchens ein, da es der Geschichte einfach zu viel vorwegnehmen würde. Gerade diese Charaktere lohnt es sich, selbst zu erspüren, sind sie doch wunderbar ausgestaltet. Das trifft für mich auf alle zu. Nur Eva bildet da eine kleine Ausnahme, da ich sie persönlich entgegen ihrer Beschreibung als eigentlich toughe und harte Frau anders wahrgenommen habe. Die kalte Anwältin kam bei mir so nicht rüber, viel eher eine verunsicherte erwachsene Frau, die sehr wohl liebt und sich sorgt, sich aber selbst noch finden und vergeben muss. Warum das so ist, solltet ihr beim Lesen selbst entschlüsseln. Ich denke, das war genau so von der Autorin beabsichtigt.

Kommen wir nun zur äußerlichen Gestaltung. Das Cover ist einfach richtig toll und winterlich. Ich hätte mir persönlich nur gewünscht, dass das abgebildete Haus mehr den Beschreibungen innerhalb des Buches entsprechen würde. Auch die Frau darauf braucht es für mich nicht zwingend. Die Farbgestaltung und der Gesamteindruck hingegen sind einfach wunderbar winterlich-weihnachtlich, sodass es einen direkt danach greifen lässt. Der Klappentext hat mich auf Anhieb gelockt und mich die Entschlüsselung eines Familiengeheimnisses vermuten lassen, auch wenn dieses am Ende weniger ein Geheimnis war als eher die Erkenntnis über den Wert von Vergebung (einander und sich selbst!) und die Liebe einer Familie. Allerdings muss ich zugeben, dass ich aufgrund der Buchbeschreibung eine etwas andere Weihnachtsgeschichte erwartet habe. Mir war einfach der Zeitreisefaktor nicht klar. Daher war ich beim Lesen kurz darüber irritiert, dass es sich nicht um eine Geschichte handelte, wie sie tatsächlich zu Weihnachten passieren könnte. Durch die schöne Erzählung wiederum wurde ich aber schnell damit ausgesöhnt, sodass ich trotz meiner Fehlinterpretation des Klappentextes einen vorweihnachtlichen Lesegenuss hatte. Zudem beinhaltet gerade dieser etwas realitätsfernere Aspekt der Geschichte noch ein besonderes Geschenk für die Protagonisten: Auf diese Art der Vergangenheit und ihrer Bewohner näher zu sein, teil an ihrem Leben haben zu können, aktiv und nicht nur in Erzählungen, hatte etwas Einzigartiges an sich. Da sind der Weihnachtszauber und die Magie der Liebe einer Familie direkt übergesprungen. Allerdings hätte ich mir gerade in Bezug auf Eva etwas mehr gewünscht. Vor allem zu den verstorbenen Eltern und Evas am Ende geändertes Verhalten. Letzteres kam mir reichlich spät und dann doch viel zu schnell behandelt. Ich hatte da durchweg eine andere Vermutung gehabt. Aber vll. war es auch genau so von der Autorin beabsichtigt, mit unserer Leservorstellung zu spielen. Einige fantastische Elemente werden ungeklärt gelassen, was mich allerdings nicht gestört hat, sorgt es doch dafür, dass ich mich nach dem Lesen selbst noch mit der Geschichte auseinandersetzte und meiner Fantasie freien Lauf ließ. Ich habe sogar davon geträumt und es war ein schneereicher, schöner Traum.

Besonders haben mir die vielen kleinen weihnachtlichen Besonderheiten gefallen, die einen vermuten lassen, dass die Autorin selbst genau solche Schätze als Kind an Weihnachten geliebt hat: kleine Schmuckstücke wie ein Weihnachtsengel und ein Märchenbuch. Sie hat das so gekonnt mit eingebaut, dass es dennoch irgendwie echt wirkte.

Der Weihnachtswald‘ ist für mich ein gelungenes Wintermärchen für besinnliche Abende vor dem Kamin oder mit der gesamten Familie zusammen. Vielleicht nach einem schönen Tag in einer wundervollen Schneelandschaft. Dabei geht er in besonderem Maße auf den Zauber von Weihnachten ein. Der Roman ist wie ein Haus voller Geheimnisse, Zuneigung, Erinnerung und vielleicht auch ein Stückchen Zukunft. Auf jeden Fall regt er zum Träumen und sehnen nach Weihnachten an.

Eure Jil Aimée

 

18.09.2017 18:11

Kurzbeschreibung

Eine Liebe für die Ewigkeit

Als Parker in einer Luxushotellobby dem faszinierenden Mädchen Zelda begegnet und sie um ein obszön dickes Banknotenbündel erleichtert, ist es vorbei mit seiner Unsichtbarkeit. Denn eigentlich hat er die Kunst perfektioniert, niemandem aufzufallen. Doch die silberhaarige Zelda sieht ihm mitten ins Herz. Und so lässt Parker sich mit ihr auf eine hochriskante Wette ein. Die wird sie beide in einem atemberaubenden Wirbel durch die Nacht tragen, sie werden der Liebe begegnen, dem Glück über den Weg laufen, dem Tod ins Auge schauen und erkennen, was ihnen ihr Leben wert ist.


Erscheinungsdatum: 4. September 2017 (deutsche Erstausgabe) /

                                         Originaltitel – Thanks for the Trouble / 2016

Übersetzt von: Henriette Zeltner

Seitenzahl der Printausgabe: 321

Verlag: cbj Verlag

Hier gehts zum Buch: Tommy Wallach / Amazon / cbj Verlag

ISBN-10: 3570173968

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten. Dieser Umstand hat keinen Einfluss auf meine Beurteilung. Danke an den Verlag für das Bereitstellen eines Leseexemplars.

Angaben zum Autor

Tommy Wallach ist ein Singer-Songwriter und Essayist, der seine Beiträge in verschiedenen New Yorker Magazinen veröffentlicht. Als Musiker ist er bei Decca Records unter Vertrag und trat bereits im New Yorker Guggenheim Museum auf. Die Filmrechte seines ersten Jugendromans We All Looked Up sicherte sich noch vor Erscheinen Paramount Pictures.

Rezension – Eine Liebe ohne Ende oder auch die Parabel vom Abschiednehmen, Loslassen und Weitermachen

Junge begegnet Mädchen, aber Junge spricht nicht. Zumindest nicht auf die konventionelle Art, und hat doch irgendwie viel zu sagen. Mädchen wiederum lebt nicht, zumindest nicht so, wie es die Gesellschaft und auch der Junge von ihr erwarten würden, und dann doch wiederum so viel mehr als viele andere. Zwei Leben prallen aufeinander, zwei Welten werden in ihren Grundfesten aufgerüttelt und am Ende neu zusammengewürfelt. Dabei entsteht eine gewaltige Explosion aus Liebe, Leben, Leidenschaft, Vergeben, Vergessen und Verzweiflung. Und doch auch aus Mut und Neubeginn. Beide lernen, dass es okay ist, auch mal nicht okay zu sein. Und dass es vielleicht auch genau das braucht, um wirklich okay zu sein. Parker – der stumme Junge – und Zelda – das perfekt traurige Mädchen mit der alten Seele – stehen dabei für zwei Reisende, die sich innerhalb der Geschichte selbst finden müssen. Beziehungsweise zwei Charaktere, die lernen, den eigenen Weg zu gehen. No matter the cost. Diese Geschichte ist anders. Nicht nur vom Inhalt, vor allem aber auch vom Stil.

Der Kern des Buches spielt in drei Tagen, wenn auch mehr als ein Leben darin stattfinden. Ein Aspekt, der mir durch die allgemeine Komprimierung des Geschehens besonders gefallen hat, war die Tatsache, dass einem die Erzählzeit als solche aber viel länger erscheint.

„Es gibt so etwas wie perfekte Traurigkeit.“

Der Schreibstil ist einfach, und doch zugleich hoch philosophischen Inhalts und geht dabei mitten ins Herz. Rein sprachlich ist das Buch durchaus noch ausbaufähig, weist hier und da einige grammatikalische Schwächen auf. Diese verzeiht man aber gerne, vielleicht sind sie sogar beabsichtigt. In jedem Fall ist er anders. Tagebuchartig. Persönlich. Losgelöst von gesellschaftlichen oder rechtschreiblichen Konventionen. Einfach so, wie ein Junge es wahrscheinlich im echten Leben auch für sich aufschreiben würde – eben mit ein bisschen Fiktion, die dem Leser selbst das Abmessen des Wahrheitsgehalts überlässt. Das macht den Inhalt greifbar, authentisch, fast real, mal abgesehen von dem an manchen Stellen etwas zu Fantastischem – doch wie bereits erwähnt, der Junge erzählt. Fiktion und Realität mischen sich. Sollten sie auch. Vor allem stiftet es aber Verbindung zur Geschichte, gibt einem das Gefühl, sich selbst in ihr zu bewegen. Nachzuempfinden. In diesen recht einfachen Sprachstil streut der Autor aber eine ganze Menge sprachlicher Bilder, lebensechter Gleichungen, die vielleicht nicht aufgehen. Vielleicht auch schon. Die vielleicht mehr als eine Lösung erlauben. Vor allem aber eines für mich als Leser, und das mag jetzt ganz subjektiv sein, darstellen: Die Parabel des Lebens. Des Abschiednehmens.

„[…] weil sie eine fundamentale menschliche Schwäche thematisiert: Wir schauen alle zurück.“

Für mich ist ‚This Love has no End‘ eine einzige Parabel bzw. sogar ein Aneinanderketten vieler einzelner davon. Parabel um Parabel – und jede lehrt sie mich als Leser etwas. Das kann ganz individuell sein, am Ende aber vor allem eines: das Leben. Sie lehrt das Leben. Es als solches zu akzeptieren, es aber nicht einfach nur zu leben, sondern zu gestalten. Mehr zu glauben, als man sieht. Mehr zu fühlen, als man denkt. Denn man hat nur eines, und die Liebe zum Leben sollte nie enden. Endet nie. Überdauert. Für manche länger, für andere kürzer. Jeder hat seine eigene Unendlichkeit, seine eigene Geschichte. Ja, genau das ist dieses Buch für mich. Und der Junge, der nicht sprechen will, es vielleicht zunächst auch nicht kann, ist doch zugleich der größte Geschichtenerzähler seiner Zeit. Einer, der selbst ohne es zu wissen die Kraft der Parabeln lebt und liebt. Er ist ein Geschichtenerzähler der besonderen Art. Er erklärt die Wichtigkeit des Abschiednehmens, Loslassens und doch Weitermachens und schenkt somit einem jeden Leser ein Stückchen Mut und Kraft, in diesem Leben zu bestehen. Lehrt einen, das man nicht für das ultimative Schicksal der anderen verantwortlich ist. Wohl aber für sein eigenes. Man trägt nicht die Schuld an den Entscheidungen und Lebensweisen, der einen umgebenen Menschen. Ein Stück kann man sie vielleicht beeinflussen, begleiten, doch letztlich entscheidet der eigene Wille. Oder zumindest sollte er es. Und das ist doch auch ein Teil des Erwachsenwerdens. Und der Junge – Parker – wird in seiner Geschichte ein Stück weit erwachsen. Es ist eben eine Art ‚Coming-of-Age-Story‘, ein Jugendroman, der weiter geht! Und man sollte sich nicht die Schuld der anderen aufbürden. Das ist es, was der Junge der Geschichte für mich im Verlauf der drei Tage gelernt hat. Vor allem aber haben diese drei Tage ihm Richtung und Heilung gegeben. Eine Perspektive, Liebe und Glück. Und das ist es doch, was wir alle wollen. Am Ende des Tages: glücklich sein. Und dieses Glück ist dehnbar. Ebenso das Leben. Es kommt nicht auf die Länge dessen an, sondern seine Erfüllung. Und ein erfülltes Leben ist doch irgendwie lang, kommt einem zumindest so vor, oder? Der Autor vermag dies herausragend darzustellen. Seine Charaktere sind dabei individuell, manchmal vielleicht auch ein bisschen drüber, und doch irgendwie genau richtig. Ja, pfiffig. So auch der junge Parker, der nicht spricht. Nicht aber, weil er es nicht könnte. Rein körperlich betrachtet. Sondern weil er der Welt mit seiner lauten Stimme nichts zu sagen weiß seit dem grausamen Tod seines Vaters, wohl aber mit seinen Worten. Man braucht kein lautes Organ, um gehört zu werden, denn manchmal hört das Leben den Ruhigen viel mehr zu. Denen, die Geschichten aufschreiben. Dem geschriebenen Wort. Es überdauert länger als ein laut gesagter Satz. Oder die hübsche Zelda, deren Erscheinung jung und doch zugleich zeitlos ist. Deren Charakter einer uralten Seele entspricht, die doch gerade erst den Frühling ihres Lebens erfährt. Aber vielleicht gibt es eben mehr als einen Frühling. Und wiederum vielleicht reicht es irgendwann. Die beiden treffen aufeinander und ändern einander die ganze Welt. Einer will ins Leben zurück, der andere sucht seinen Abschied.

  • Werden sie einander geben können, was sie so dringend suchen?
  • Wird Parker seine Geschichten auch selbst vorlesen können?
  • Und Zelda ihren Frieden finden?
  • Heilt eine neue Liebe beide Seelen und führt sie gemeinsam in die Zukunft?
  • Und wie sieht diese aus?
  • Bedeutet gemeinsam auch wirklich zusammen?

Lest und lasst Euch von Tommy Wallach in seiner Geschichte um das Leben und die Liebe ohne Ende mitreißen.

Die Geschichte konnte mich schließlich trotz sprachlicher Mängel überzeugen. Nicht zuletzt deshalb, weil sie inhaltlich so bedeutend ist. Aber auch der in mir Gänsehaut auslösende Titel und das romantische Cover sind einfach wunderbar gestaltet. Das dunkle Blau des Einbands mit dem Pärchen lässt eine erste Teenieliebe vermuten, der Titel wiederum viel mehr Gewichtigkeit erahnen. Und beides zusammen wird in der Geschichte gelungen verknüpft.

„Wie hast du es geschafft, dich mitten in deinem eigenen Leben zu verstecken?“

Wer Jugendromane der etwas anderen Art mag, wird diesen hier sicher lieben. Ich kann ihn nur empfehlen, selbst wenn er Düsterkeit und Hoffnung vereint und zunächst irrt und wirrt. Beide Seiten aufzeigt. Trauer und Glück. Willkommenheißen und Abschiednehmen. Für mich ein kleines Schätzchen – mit noch ein Paar Fehlern, aber durchaus großem Potenzial. ‚This Love has no End‘ – und auch wenn das Leben endet, die Liebe (dazu!) sollte es nie. Ein passender Titel für eine bewegende Geschichte übers Abschiednehmen, Aufwachen, Loslassen und Weitermachen. Enjoy!

Eure Jil Aimée

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